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Erster FDM Kurs in Afrika

Erster FDM Kurs in Afrika! 14. bis 16. Jan. in Ouagadougou, Burkina Faso

Auf Einladung der Clinique Chirurgico-Medical Dr. Ouedraogo Issa fand von 14. bis 16. Jan. 2010 das erste FDM Seminar auf dem afrikanischen Kontinent statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der American FDM Association, der European FDM Association und Dr. Ouedraogo Issa möglich gemacht. Im Auftrag der AFDMA war deren Vorsitzender Dr. Byron Perkins aus Anchorage Alaska, der durch sein Engagement in christlicher Entwicklungszusammenarbeit den Kontakt nach Burkina Faso ermöglicht hatte. Er war von Beginn an in die Planung eingebunden und kann als Initiator dieser Veranstaltung bezeichnet werden.

In der Klinik von Dr. Ouedraogo Issa wurde in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Mittel ein hervorragender Rahmen vorbereitet. Durch Sponsoring von diversen lokalen und internationalen Pharmafirmen war es möglich den Teilnehmern keine Teilnahmegebühr zu verrechnen. Ein Umstand dessen Bedeutung von Dr. Issa damit begründet wurde, dass die meisten bereits durch aufwendige Anreise aus entfernten Landesteilen grosse Kosten und Verdienstentgang hatten. Meine Anreise aus Wien war vermutlich eine der einfachsten.

Unter den Teilnehmern waren 10 Ärzte und 25 PhysiotherapeutInnen aus verschiedenen Landesteilen, Ethnien und Religionen. Bemerkenswert war auch die besonders engagierte Teilnahme von Jeremie Sedogo dem Präsidenten der Physiotherapeuten von Burkina Faso. Die Veranstaltung wurde durch eine eindrucksvolle Ansprache eines Vertreters des Gesundheitsministers Dr. Djiguimde sehr aufgewertet.

Mein Vortrag wurde vom FDM Pionier Burkina Faso’s Dr. Haruna Diallo ins Französiche übersetzt. Die Zwischenfragen waren mir zu meinem Erstaunen ebenso vertraut wie die Beschwerdebilder der Patienten in der Nachmittagsklinik.

An den Nachmittagen nach dem Kurs wurden jeweils bis zu 20 Patienten gratis behandelt. Die Beschwerden glichen denen der Patienten meiner Praxis in Wien. Voll Demut wurde ich wieder an den Umstand erinnert, dass Faszie keine Rücksicht auf Herkunft, Wohlstand, Kultur oder Aussentemperatur nimmt. Die Patienten waren von den Ergebnissen der Behandlungen nach dem FDM ebenso begeistert wie die enthusiastischen Kursteilnehmer, die Byron und mich bis weit nach Einbruch der Dunkelheit bei den Behandlungen unterstützten. Mehrmals mussten wir darauf hinweisen, dass es sich bei dem was sie sahen nicht um die Standardtherapien unserer Heimatländer handelt. Man konnte die Begeisterung in den Gesichtern der Therapeuten sehen, die plötzlich die Möglichkeit sahen, bei der Behandlung ihrer Patienten, ungeachtet der minimalen zur Verfügung stehenden Mittel erfolgreich zu sein. Der Abschied am 16. 01. war noch herzlicher als die Begrüssung. Byron und ich nahmen die Einladung zu einem Modul 2 Kurs im kommenden Jahr dankend an.

Dr. Diallo sagte zu, eine afrikanische FDM Gesellschaft zu gründen. Die geographische Nähe und fehlende Zeitverschiebung führt zu einer logischen Partnerschaft der EFDMA und der afrikanischen FDM Gesellschaft, die noch nach einem entgültigen Namen sucht.

Zum Abschluss noch einige Informationen zu Burkina Faso: Republik in Westafrika mit ca 10Mio Einwohnern. Hauptstadt Ouagadougou ca. 1Mio EW (hat keinen öffentlichen Verkehr). Das Land das zu Kolonialzeiten Obervolta hiess ist arm an Geld (HDI Nr177, z.B. Österreich Nr. 14 ) aber reich an innerem und äusserem Frieden sowie guter Nachbarschaft von vielen Ethnien, Sprachen und Religionen. Beides wird durch das Fehlen von Bodenschätzen, Häfen und Tourismus ermöglicht. Es war mir eine grosse Ehre das FDM in Afrika vorstellen und einen Grundstein für zukünftige fruchtbringende Zusammenarbeit legen zu dürfen. (Dr. Georg Harrer Vizepräsiden der EFDMA)